Rückblick: Zusammenhalt im Drei-Länder-Camp

Drei Bahnen, ähnliche Fragen: Bereits zum dritten Mal trafen sich Mitte Mai über 110 Mitarbeitende von DB, ÖBB und SBB zum jährlichen Austausch – diesmal ausnahmsweise virtuell. Auf dem Tisch lagen Themen von Kunde im Fokus bis zur digitalen Bahn. Wichtig zu wissen: Die Zeiten exklusiver Clubs sind vorbei – hier können sich alle einbringen, die sich berufen fühlen.

Eigentlich ist der Drei-Länder-Hack das, was der Name vermuten lässt: eine Art Hackathon, bei dem die Teilnehmenden mit einer Fülle von Daten an Lösungen arbeiten. Da ein physisches Zusammenkommen in großen Gruppen derzeit nicht möglich ist, trafen sich die Kolleginnen und Kollegen von DB, ÖBB und SBB bei diesem dritten Mal am 19. Mai virtuell zu einem Drei-Länder-Camp, bei dem der Austausch zu bestimmten Themen im Vordergrund stand: Ideen teilen, Wissen weitergeben und Kontakte knüpfen, um Innovationen voranzutreiben war das Gebot der Stunde.

In den virtuellen Sessions entstanden spannende Diskussionen, es wurden Ideen für laufende und kommende Projekte geboren und es fanden sich Gruppen zusammen, die künftig gemeinsam an Themen weiterarbeiten werden.

„Hier können sich die Leute vernetzen. Nicht selten stellen sie dann fest, dass sie an denselben Themen arbeiten. Das geschieht ab sofort nicht mehr parallel, sondern gemeinsam,“ berichtet Julia Strauß von der Digital Base.

Ziel der Veranstaltungen ist es, gemeinsam die Branche voranzubringen. Dabei gibt es nach Meinung vieler Teilnehmenden durch die Coronakrise zurzeit nicht nur Herausforderungen, sondern auch Rückenwind, denn sie habe einen nie dagewesenen Boom für digitale Innovationen bei allen drei Bahnen bewirkt.

Konkret ging es beispielsweise um diese Fragen: Wie schafft man es zu erkennen, ob ein Platz in der Bahn frei oder belegt ist? Ohne, dass der Reisende extra eine App installieren muss? Wie vereinbart man eventuelle Ansätze mit einem Echtzeit-Anspruch, Datenschutz-Richtlinien oder technischen Restriktionen? Gibt es Wege, Kunden in Störfällen schneller zu informieren? Was ist nötig, um eine App mit 50.000 aktiven Usern pro Monat für OpenSource, also die Quelldaten für die Nutzung durch Dritte zu öffnen? Und warum macht man das überhaupt?

Diese Fragen sind nur ein kleiner Anteil aus den Sessions rund um die vier Themenbereiche „Neue Arbeitsweisen und -welten“, „Kunden im Fokus“, „Mobilität der Zukunft“ und „Digitale Bahn“. Viele der Fragen werden durch die Teilnehmenden nun gemeinsam vorangetrieben oder beim nächsten Drei-Länder-Hack konkret bearbeitet.

Datum
19. Mai 2020

Location
Online

Teilnehmende
Über 110 Mitarbeiter*innen von DB, ÖBB, SBB

Das waren die Themen der einzelnen Sessions:

Themenbereich „Neue Arbeitsweisen und -welten“:

  • Zusammenarbeit fördern, Netzwerke aufbauen und Sichtbarkeit der eigenen Arbeit herstellen: Working Out Loud – eine selbstorganisierte Vernetzungsmethode
  • Krise – Booster für die betriebliche Transformation
  • Free Seating by ÖBB
  • Digitales Arbeiten und Kommunikation in Krisen Zeiten
  • Hypothesenchallenge: Eine agile IT-Organisation benötigt kein Qualitätsmanagement
  • Innovationskultur: Wie im Gesamtunternehmen durchdringend fördern/etablieren
  • Innovative Arbeitsorte – Vernetzung und Austausch in Raum und Community am Beispiel der DB Digital Base
  • Wissenstransfer im Unternehmen mit intelligenter Suche
  • Arbeiten ohne „klassischen“ Chef: Die DB Systel auf dem Weg in die Selbstorganisation
  • Bildungsangebote und -bedarf

 

Themenbereich „Kunden im Fokus“:

  • Corona: Rückgewinnung von Kunden / Wiederherstellung Vertrauen in ÖV
  • Kundeninformation für Fahrgäste – In Krisenzeiten flexibel gestalten

 

Themenbereich „Mobilität der Zukunft“:

  • Minimize Mobility: Weichenstellung für einen neuen Alltag
  • Digitale Infrastruktur für Mobilitäts-Standard: Datenaustausch für Anbindung multimodaler Mobilitätsanbieter
  • Konzept Wasserstoff als neuer grüner Energieträger für die Bahn

 

Themenbereich „Digitale Bahn“:

  • Entwicklungs-Plattformen: Gemeinsame Standards und Reduzierung von Developer-Kosten
  • Sitzplatzbelegungserkennung für Echtzeitreservationssystem
  • Additive Fertigung (3D Druck) bei der Bahn
  • Virtual Reality by ÖBB
  • Auf Augenhöhe: Die DB Bahnhof live App wird Open Source

Ausgerichtet werden die Drei-Länder-Veranstaltungen seit 2018 von den jeweiligen Innovationsabteilungen in Sachen Digitalisierung bei DB, ÖBB und SBB. Für die DB sind das die Datenexperten sowie die Digital Base, die Mindbox und das Skydeck. Von der ÖBB waren die Profis des OpenInnovation-Teams an Bord und reihten sich mit den SBB-Open Data-Kollegen in das Orga-Team ein. Eingeladen sind alle Mitarbeitenden der drei Bahnen – egal ob Entwicklerin, Fahrdienstleiterin, Vorständin oder Designerin.

Wer Interesse hat, beim nächsten Mal dabei zu sein oder sich auf andere Art einzubringen kann sich an dbopendata@deutschebahn.com wenden.

Und wahrscheinlich ist das ein oder andere Thema ja demnächst auch wieder auf einem DB Open Data-Hackathon in Bearbeitung. Oder wie Tobias Friedrich (DB Systel | DB Skydeck | DB Open Data) als Schlusswort mit gab:

„Wir hoffen, dass wir uns alle im nächsten Jahr in Berlin zum Drei-Länder-Hack 2021 treffen – dann wieder live!“